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07. Oktober 2026

Selbsterfahrung bei Orthoptik: Binokularschulung

Im Rahmen der Selbsterfahrung zur Binokularschulung erhielten die Studierenden der Orthoptik die Möglichkeit, verschiedene Geräte und Methoden zur Schulung bzw. zum Training des binokularen Sehens selbst auszuprobieren. Dabei wurde ein Überblick über unterschiedliche Ansätze gegeben – von teilweise sehr alten, beinahe schon historischen Geräten bis hin zu modernen bzw. weiterentwickelten Methoden.

Binokularschulung im Studiengang Orthoptik

Ein besonderer Schwerpunkt bei der Selbsterfahrung lag auf der Konvergenz, also der gleichzeitigen Bewegung beider Augen nach innen, die beispielsweise beim Lesen eine wichtige Rolle spielt. Auch die Akkommodation, also die Fähigkeit des Auges, die Brechkraft zu verändern und dadurch Objekte in unterschiedlichen Entfernungen scharf abzubilden, ist für das Lesen von großer Bedeutung. Die Studierenden konnten anhand der verschiedenen Übungen unmittelbar erfahren, wie diese Funktionen gezielt beansprucht und trainiert werden können.

Ein Perspektivwechsel

Durch das praktische Ausprobieren sollte vor allem ein Perspektivenwechsel ermöglicht werden: Die Studierenden lernten nicht nur kennen, wie die einzelnen Geräte und Übungen funktionieren, sondern konnten auch selbst erleben, wie anstrengend, ungewohnt oder teilweise mühsam bestimmte Übungen sein können. Diese Erfahrung ist besonders relevant, wenn sie später selbst mit Patient*innen arbeiten und entscheiden müssen, welche Übungen sinnvoll und zumutbar sind. Die Selbsterfahrung hilft dabei, die Belastung durch eine Übung besser einzuschätzen und die Patient*iinnen nicht nur aus therapeutischer, sondern auch aus deren eigener Perspektive zu betrachten.

Ein Blick in die Historie

Interessant war außerdem der historische Einblick in die Entwicklung der Binokularschulung. Die verschiedenen Geräte zeigten, wie einfallsreich bereits früher versucht wurde, Probleme des binokularen Sehens zu behandeln. Gleichzeitig wurde deutlich, dass manche ursprünglichen Vorstellungen heute wissenschaftlich nicht mehr haltbar sind oder bestimmte Methoden im Laufe der Zeit weiterentwickelt und modernisiert wurden. Dadurch entstand ein Überblick darüber, wie sich die Vorstellungen und Behandlungsmöglichkeiten im Bereich der Binokularschulung verändert haben.

Entlastung der Augen

Ein weiterer wichtiger Aspekt war die Entlastung der Augen nach längerem Training. Gerade bei Übungen, die Konvergenz und Akkommodation über einen längeren Zeitraum beanspruchen, sind regelmäßige Pausen und geeignete Entspannungsübungen wichtig. Die beanspruchte Nahreaktion soll dadurch wieder gelöst und eine Überbeanspruchung bzw. das Auftreten von Akkommodations- oder Konvergenzspasmen vermieden werden. Abschließend wurde auch die Grenze der Binokularschulung thematisiert: Durch solche Übungen kann keine Fehlsichtigkeit „wegtrainiert“ und eine notwendige Brille nicht ersetzt werden. Ziel der Übungen ist vielmehr, bestimmte visuelle Funktionen bzw. deren Zusammenspiel zu trainieren und gegebenenfalls Beschwerden oder funktionelle Probleme zu beeinflussen.

Die Selbsterfahrung vermittelte den Studierenden somit sowohl einen praktischen Überblick über unterschiedliche Möglichkeiten der Binokularschulung als auch einen Eindruck davon, wie sich die jeweiligen Übungen für Patient*innen tatsächlich anfühlen können.